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Ein Kommentar

Wissenswertes über den „Hundeführerschein gem. LHundG NRW“

Nachdem man seinen Neuankömmling bei dem Stadtsteueramt der jeweiligen Stadtverwaltung angemeldet hat, um seine Hundesteuer entrichten zu dürfen, muss ein  Halter von großen Hunden (Hunde mit einer Widerristhöhe über 40 cm oder einem Gewicht von mehr als 20 kg) bekanntlich bei der Stadt neben dem Nachweis über eine bestehende Haftpflichtversicherung (es gilt eine Mindestdeckungssumme von 500.000 € für Personenschäden und 250.000 € für sonstige Schäden) sowie dem Nachweis darüber, dass der Hund einen Mikrochip trägt, den sogenannten „Sachkundenachweis“ erbringen.

Sobald dieser Sachkundenachweis der Verwaltungsbehörde vorgelegt wird, erhält der Hundehalter den sogenannten „Hundeführerschein“. Dieser beinhaltet sowohl die Daten des Halters als auch die Daten des Hundes (Name, Rasse, Chipnummer und das Geburtsjahr des Hundes).

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Interessant für Hundehalter von großen Hunden ist, dass dieser „Hundeführerschein“ auf andere Personen übertragbar ist.

Der Hundehalter kann also den Hund einer dritten Person anvertrauen.

Der Hundeführerschein sollte jedoch in jedem Falle in Besitz der Person sein, die beispielsweise gerade den Hund ausführt – besonders gerade dann, wenn sich der Hund ggf. über mehrere Tage bei einer dritten Person aufhält.

Eine Nachfrage bei der Verwaltungsbehörde hat ergeben, dass

  • der Hund jeweils verantwortungsbewussten, zuverlässigen Menschen in die Hände gegeben werden soll;
  • der Hund einem Menschen mit Drogen- oder Alkoholproblemen, gesundheitlich angeschlagenen / schwachen Menschen nicht übergeben werden darf;
  • Kindern ein großer Hund nicht zum alleinigen Gassi führen überlassen werden sollte, (was jedem verantwortungsbewusstem Hundehalter klar sein dürfte);
  • der Hundehalter es als seine Pflicht ansehen sollte, der dritten Person den Hund nur nach entsprechender Belehrung (Leinenpflicht, Verhaltensempfehlung bei Begegnungen mit anderen Hunden)  in die Hände zu geben.

Die Verantwortung liegt in jedem Falle bei dem eingetragenen Hundehalter, sollte es zu Personen- oder Sachschäden kommen.

Dies bedeutet, dass die Versicherung auch dann eintritt, wenn der Hund sich im Falle eines eintretenden Schadens unter Aufsicht einer dritten Person befunden hat. Es muss aber nachgewiesen werden, dass die vorgenannten Kriterien erfüllt wurden- der eingetragene Hundehalter also nicht verantwortungslos gehandelt hat.

 

Andere Vorschriften gelten jedoch für Hundehalter von sogenannten

  •  „Listenhunden“ gem. § 3 LHundG NRW („Gefährliche Hunde“ – Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier), sowie Haltern von
  • Hunden gem. § 10 LHundG NRW (Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen).

Halter vorgenannter Hunde müssen neben dem Sachkundenachweis und den vorerwähnten Nachweisen über Versicherung und Mikrochip ebenfalls den Nachweis über den Wesenstest des Hundes sowie ein pol. Führungszeugnis vorlegen.

Der erworbene „Führerschein“ ist jedoch nicht übertragbar.

Die Aufsichtsperson, die einen Hund gem. § 3 bzw. § 10 LHundG führt, muss einen Sachkundenachweis abgelegt haben und diesen stets vorweisen können.

Hat der Hund vorgenannter Rassen eine Leinenzwangbefreiung erworben, ist diese nicht auf andere Aufsichtspersonen übertragbar.

Für kleine Hunde („unter 40 cm Widerrist und unter 20 kg Gewicht“) gelten keine besonderen Vorschriften. Es gilt lediglich die Pflicht zur Abführung der Hundesteuer.

Mehr Informationen über seine Pflichten erhält der Hundehalter jedoch spätestens dann, wenn –wie oben bereits erwähnt- er seinen Hund bei dem zuständigen Stadtsteueramt zur Hundesteuer angemeldet hat.

In einem papier- und formularreichen Verwaltungsaufwand wird man von der jeweiligen Ordnungsbehörde („Amt zur Gefahrenabwehr“ des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung) aufgefordert, die entsprechenden Nachweise zu erbringen.

Es werden, wie üblich, Erledigungsfristen gesetzt. Es lohnt sich also, sich schon vor der Anschaffung des Hundes mit den auftretenden Pflichten auseinander zu setzen.

Gerne gibt das Ordnungsamt der jeweiligen Stadtverwaltung auch telefonisch Auskunft über die notwendig werdenden Maßnahmen.

©Sandra Lampio

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