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Vom Suchen und Finden einer Liebe… von Leoni Jungen

Ja, wie fängt man an, nachdem schon so tolle Beiträge geschrieben wurden?!

Nachdem mein Lebensgefährte und ich offiziell zusammengezogen waren, glücklich wie eh und je den Schritt gewagt zu haben, entschlossen wir uns, einem Straßenhund ein zu Hause zu geben. Wir haben uns bewusst dazu entschlossen keinen Welpen zu kaufen. Ich, mit Hunden großgeworden. Insgesamt 5 Hunde erzogen. Mal besser mal schlechter :). Anfangs eher skeptisch, da man sich für eine große Verantwortung entscheidet – für mich war es, als würde ich ein Kind kriegen… Na gut, schauen wir mal im Netz was sich da so findet… Und dann kam sie – Marla eine kleine Griechin 🙂 Wir sahen sie und waren wortwörtlich verliebt. Liebe auf den ersten Blick… Wir entschlossen uns dazu, uns die Kleine mal anzuschauen. Sie muss uns ebenfalls mögen. Ich rief am nächsten Tag die Tierschützerin an und vereinbarte einen Besuchstermin und so fuhren wir am Wochenende dorthin… Angekommen überrannte uns ein Rudel voller Hunde. Jeder schöner als der andere und jeder von ihnen zuckersüß und sehr lieb. Nur unsere kleine Puppe war sich nicht so sicher, was sie von uns halten sollte. Aber das stand bereits in der Anzeige. Eher Menschenscheu und eher auf andere Hunde bezogen. Naja dachten wir, setzen wir uns erst mal und lassen sie von sich aus kommen. Hat auch nicht lange gedauert, da hat sie sich getraut uns mal zu beschnuppern und dann auch noch noch Leckerchen..hmm… Nach einem Kaffee und ausführlichem kennenlernen mit der Tierschützerin, bat sie uns an, mal eine Runde Gassi mit Marla zugehen. Klar dachten wir uns das lief auch recht gut, sodass wir uns dazu entschlossen haben, die Kleine eine Woche auf „Probe“ mit in ihr potenzielles neues Hause mitzunehmen. Besser kann man sich eh nicht kennenlernen.

Ja die Woche war hart, wirklich. Unsere Maus wollte sich einfach nicht lösen. Nicht mal das kleinste Tröpfchen Pipi konnte man ihr entlocken. Draussen nicht und auch drinnen nicht. Ich dachte immer nur: mach doch wenigstens ein bisschen Pipi, auch in die Wohnung aber bitte quäle dich nicht. Ich hatte solche Sorge, dass sie Bauchweh bekommt. Alle zwei Stunden waren wir draussen und ja irgendwann musste sie sich ja lösen, aber auch das große Geschäft musste irgendwann mal raus. So lief alles super, sie spielte, schmuste und schlief ganz ruhig nur das Thema „Gassi gehen“ wollte nicht. Nach fünf Tagen waren wir langsam überfordert und das habe ich der Tierschützerin auch gesagt. Sie meinte, wenn es mit dem rausgehen nicht klappt, dann sollten wir es uns genau überlegen, ob wir sie behalten wollen. Wir waren selbst langsam am zweifeln, aber haben uns gesagt wir lassen erst mal nichts unversucht. Und als hätte Marla die Nachrichten zwischen der Tierschützerin und mir mitgelesen. Auf einmal ging es. Das Gassi gehen war gar kein Thema mehr und alles weitere lief super. Klar, sie war noch sehr scheu, aber wir waren sicher, dass würde sich legen und so adoptierten wir unsere kleine Puppe Marla. Die Erziehung lief gut. Ich wusste ja was im Groben auf mich zu kommt. Sitz, Platz saß innerhalb von zwei Tagen nahezu perfekt. Dennoch entschied ich mich zu einem „Crash-Kurs“ in der Hundeschule. Drei Wochen Kurs. Ich wollte sichergehen, die Erziehung richtig anzupacken. Ja heute kann sie eine Menge. Von Sitz über „High-Five und Pfötchen bis hin zu Männchen und „Gib Laut“. Selbst die Heulsuse macht sie. Sie kann gut mit ihrer Stimme umgehen 🙂

Die Adoption erfolge genau am 01.09.12 und im Laufe der Zeit entschieden wir uns „irgendwann“ einen zweiten Hund dazu zu holen. Marla sollte nicht alleine sein, wir sind immerhin berufstätig auch wenn sie nie lange alleine blieb. Es gab da noch Marlas Bruder, der immer irgendwie im Hinterkopf war. Ich sagte immer, ist er nächstes Jahr noch nicht vermittelt, dann kommt er zu uns (ich wusste bis dato nicht, dass er eigentlich nie zu Vermittlung stand, da er sehr Menschenscheu war) . Im April brauchte die Tierschützerin dann Hilfe in Griechenland und da mein Schätzchen Zeit hatte flog er kurzer Hand dorthin, um ihr zu helfen. Mir war klar, er würde Marlas Bruder mitbringen und mit seinem Abflug freute ich mich auf einen zweiten Mann im Hause. Ich sprach mit der Puppe oft über ihren Bruder und dass sie bald kein Einzelkind mehr sei :D. Mit Marla kann man sich sehr gut unterhalten :). Täglich erhielt ich Fotos von unseren neuen männlichen Schatz und ich freute mich. Nach 14 Tagen war es dann soweit. Abfahrt zum Flughafen – meine Männer abholen. Ich war nervös ohne Ende. Puppe blieb zu Hause. Sie sollten sich hier kennenlernen und Jupp – so heißt er – war sicher eh aufgedreht und geschafft vom Flug.
Auto geparkt, ab in die Ankunftshalle und dann kamen sie. Mein Schatz geschafft vom Flug mit der riesen Transportbox mit unseren Juppi drin. Nach kurzem Hallo an beide schnell ins Auto, ab nach Hause. Zu Hause angekommen schnell die Puppe anleinen und runter zum abschnuppern. Man war das ein schönes Gefühl, wie Jupps Anspannung sich langsam löste, als Marla ihn abknutschte. Tränchen mussten fast schon verkniffen werden. Nach einem kurzen Spaziergang ging es erst mal hoch. Juppi musste ja hunger haben, da er ja längere Zeit nichts gefressen hatte. Ja so war es auch. Er stürzte sich auf den Napf. Dann kam auch schon die Familie. Alle wollten Juppi kennenlernen, der arme Kerl wusste gar nicht, wir ihm geschieht. Und dann spielten, kuschelten und schliefen die Beiden erst mal. Die Beiden waren direkt ein herz und eine Seele. Geschwisterliebe <3

Aber auch mit Juppi waren die Probleme mit dem rausgehen, aber morgens fanden wir eine übelriechenede Überraschung auf jeden unsere drei Teppichen im Wohnzimmer. Es war ekelig, aber ich war froh, dass Juppi so ungeniert war und sich dachte "Lieber Teppich versauen als Bauschmerzen" 😉
Die Erziehung mit ihm gestaltete sich etwas schwieriger. Sitz und. Platz saßen zwar ebenfalls innerhalb zwei Tage, aber dennoch war und ist immer noch recht trotzig 😀

Wir bemerkten immer mehr, dass er uns nich blind vertraut. Wenn wir uns neben ihm auf die Couch setzen, sprang er auf, im Bett (ja die beiden dürfen mit zu uns ins Bett), wenn ich mich drehte ergriff er ebenfalls für einige Minuten die Flucht, bevor er sich wieder ins Bett traute. Generell versuchte er häufig den Kontakt zu uns zu vermeiden. Kuscheln war fast nur unter zwang möglich. Mir war schnell klar, dass mir eine Hundeschule da nicht helfen kann. Wir versuchten vieles. Gingen alleine mit ihm raus, um die Bindung zu stärken, aber es wurde nur sehr wenig besser. Dann, wie der Zufall es so wollte, fand ich einen Betrag über Jörg -den dogwalker aus Essen. Er resozialisiert Hunde und trainiert Menschen. Cesar Milan dachte ich nur :). Ich dachte, genau er könnte uns vielleicht helfen. Also schrieb ich ihm und schnell wurde ein Termin vereinbart.

Ich kann Jörg einfach nur danken. Er hat mir bzw. uns gezeigt, was schief läuft. Was für Kommunikationschwierigkeiten wir haben und dass wir Recht damit haben, dass Juppi uns nicht voll vertraut. Er zeige uns, was wir ändern müssen und die Erfolge waren direkt am gleichen Tag, zur gleichen Stunde da. Ich war überwältigt und hab fast vor Glück geweint. Er machte Juppi einfach so von der Leine. Ich hatte fast schon Panik, als er mit Marla losrannte, aber zugleich war es so ein schönes Bild und die beiden entfernten sich kaum mehr als 7 Meter von uns. Ich war baff, was so schnell möglich ist. Er zeigte mir, dass ich meine Angst ja meine Verlustängste ablegen muss, damit Jupp mir vertrauen kann. Ich muss einfach mal durchatmen und nicht immer an das schlimmste denken. Und seither läuft es viel besser. Es ist nicht perfekt, aber das muss es nicht. Wir haben Zeit das Vertrauen aufzubauen und es braucht auch Zeit.

Ich kann euch nicht viel über Rassen berichten, da wir jegliche Rassen in unseren Babys vereint haben 🙂
Aber ich kann euch davon berichten, wie sehr die Beiden unser Leben bereichern. Wie sehr wir diese beiden Wesen lieben und um nichts in der Welt missen möchte und ich denke, dass ist alles was zählt 🙂

Kein Geld der Welt würde mich reicher machen, als die Beiden es tun. Es ist unglaublich schön, morgens aufzuwachen und die erste Gesichtswäsche zu bekommen. Es ist so süß, denn Juppi freut sich jeden morgen, wenn wir aufwachen, so sehr, als wären wir Wochen weggewesen. Marla kuschelt sich dann erstmal direkt wieder ein, frei nach dem Motto: Ne Mama oder Papa, wir müssen noch gar nicht aufstehen. Wir haben bestimmt noch ganz viel Zeit zum kuscheln.

Auch jetzt liegen Beidem auf ihrer Couch, die beiden haben eine eigene 😀 und sehen so friedlich aus und dieser Ausdruck macht mich unwahrscheinlich glücklich.

Diese Ausdruck sagt mir: Wir haben alles richtig gemacht…